Pressemitteilung 27.7..2020

 

In loser Folge wollen wir künstlerisch tätige Mitglieder unseres Fördervereins vorstellen. In Corona Zeiten ist es für Künstler und Künstlerinnen schwierig auszustellen und sich zu präsentieren. Wir wollen gleichzeitig auch dafür werben, daß es sich lohnt, Mitglied bei uns zu werden, denn die Förderung von Kunst und Kultur ist unter anderem unser Satzungszweck.

Heute stellen wir vor: Inge Niethammer

Gründungsmitglied der Gruppe der Eninger Künstler (2008), Mitgied des Fördervereins Eninger Kunstwege e.V. Schriftführerin und Mitglied im Vorstand.

Ihre Anschrift: Lange Ă„cker StraĂźe 2 in Eningen unter Achalm.

Sie hat sich seit 1980 autodidaktisch in unterschiedlichen Techniken und kĂĽnstlerischer Gestaltung weitergebildet. Studium der Malerei an der VHS RT ( Dekart) 2015-16.

Skulpturen aus Sand- Tuffstein und Alabaster, figĂĽrliche Gestaltung mit Draht, Papier, Rostplastiken und Modelliermasse gestaltet sie in unterschiedlichen und interessanten Variationen.

Zahlreiche Ausstellungen ab 2005. Zur Zeit im Rathaus Eningen zusammen mit Christa Schuster-Salas ( leider wegen Corona nur mit Anmeldung und Mundschutz).

Diese Ausstellung hat das Thema „Immer sind es die Menschen“ nach einem Gedicht von Rose Ausländer. Mit Bildern, Fotos und Plastiken werden die Themen „ Zusammensein, Afrika und Akte“ von den Künstlerinnen dargestellt.

 

hw


Pressemitteilung vom 29.7.2020

 

Spendenaktion fĂĽr den HAP-Grieshaber- Weg

Über die Spendenplattform www.gut-fuer-neckaralb.de eine Initiative von „betterplace.org“ mit den Kreissparkassen Reutlingen und Tübingen haben wir das nächste Projekt auf dem HAP-Grieshaber-Weg eingestellt.

Die Station 7 am Abzweig Winterhalde/HAP Grieshaber Weg soll die Replik des Farbholzschnitts „Der Feuervogel“ von 1961 sein.

Entstanden sind eine Reihe von Werken des KĂĽnstlers zum Ballett von Igor Strawinsky mit dem gleichen Titel. Der Zwischenvorhang fĂĽr das Ballett, der damals nach einem Entwurf von HAP Grieshaber von der Pausa gefertigt wurde, ist dem Förderverein als Dauerleihgabe  vom Nationaltheater Mannheim ĂĽbergeben worden. Er hängt an den Seiten der Empore der HAP- Grieshaber -Halle.

Das Motiv des tanzenden Feuervogels wurde 2009 als Briefmarke mit dem Wert von 165 Cent gedruckt.

Für die Herstellung mit Fundamenten, Rahmen und Druck auf Aluverbundplatte haben wir einen Betrag von 3.700 € kalkuliert.

Ăśber Spenden, mit Mitteln des Vereins und der Gemeinde soll diese Replik verwirklicht werden.

Wenn möglich, wollen wir auch noch weitere Repliken auf der Trasse des Wegs angehen, wenn wir die Zustimmung des Gemeinderats bzw. Verwaltungsausschusses bekommen.

Wir bitten Freunde und Förderer zu spenden – auch der kleinste Betrag ist willkommen.

Spenden können über das Internet „www.betterplace.org/p83387“ oder über die oben genannte Adresse oder direkt auf das Konto des Fördervereins IBAN DE36 6405 0000 0100 0799 79 überwiesen werden.

 


Neue Flyer fĂĽr den Kunst-und Sinnespfad

Das Angebot an Kunst im öffentlichen Raum in Eningen ist groß. Neben dem HAP Grieshaber Weg wird auch der Kunst-und Sinnespfad immer weiter ausgebaut und es entstehen somit bereichernde KunstRäume On Air, die gerade in diesen Zeiten beim Vorübergehen erfreuen oder zum künstlerischen Austausch anregen sollen. Leider musste die Einweihung der gerade erstandenen Skulptur von dem Künstler Jochen Warth aufgrund der Pandemie verschoben werden.

Wir freuen uns aber dennoch Ihnen die neuen Flyer des Kunst und Sinnespfades ans Herz legen zu dürfen. Diese sind am KunstRaum, bei LITERA und im Rathaus, sobald wieder geöffnet werden kann, erhältlich.


Skulpturenwechsel am ePunkt

Das Geheimnis wurde gelüftet…

Bei strömendem Regen aber voller Eifer begegneten sich am vergangenen Dienstag zum ersten Mal die beiden Tauschpartner zum Ab-und Aufbau am ePunkt vorm Rathaus.

Christoph Traub, der Schorndorfer Könner am Stein holte zusammen mit dem Bauhof den stillen Zeugen vom Sockel, während Andreas Futter seine bronzene Überraschung für Eningen enthüllte und auf dem extra vom Bauhof angefertigten Unterbau anbrachte.

Bei diesem beinahe zeitgleichen Tauschakt wurde die Vielfalt und die dadurch entstehende ganz eigene Skulpturenwelt am ePunkt nochmals richtig offenkundig. Nicht nur, dass sich hier Materialien, wie Holz, Stein und Bronze ja sogar Kunststoffmaterialien abwechseln, es sind vor allem die unterschiedlichen Blickwinkel auf die Welt, das Leben und die Menschen, die die KĂĽnstler auf variantenreiche Weise zum Ausdruck bringen und gerade hier im Wechselspiel des ePunkts eine besondere Wirkung erzielen.

Hat uns eine eher stille, geradlinige Skulptur mit erhabener Ausstrahlung verlassen, so begrĂĽĂźen wir nun eine kleine, eher keck, karikaturistisch anmutende Arbeit von Andreas Futter.

Auf einem Arm balancierend steht er da, der „König im Handstand“, den Andreas Futter für Eningen frisch in Bronze gegossen hat. Die Form aus dem Jahre 2015 wurde nochmals in Einsatz gebracht und der Abguss gestern, auch für die Organisatoren des Fördervereines, als Überraschungsfigur nach Eningen geliefert. Vielen Dank an dieser Stelle an die Mitarbeiter des Bauhofs für die tolle Unterstützung.

Die Skulptur lockt zum Innehalten, Schmunzeln und Nachdenken und genau dies macht die Figuren Futters so einzigartig. Was zunächst humoristisch erscheint, verschwindet auf den zweiten Blick in karikaturistische Tiefgründigkeit und liefert dem Betrachter ausführlich Stoff zum Nachdenken.

Kommen Sie vorbei und werfen Sie einen Blick auf die fröhlich, kopfüberstehende Figur und verpassen Sie nicht, weitere vier Kleinskulpturen Futters im Schaufenster in der Eugenstraße mit auf Ihren Weg einzuschließen.

 Auf grandios umgesetzte Weise tanzen hier Figuren von Pfahl zu Pfahl oder werden von Ballons nach oben getragen. Tauchen Sie ein in die Figurenwelt von Andreas Futter.

 

Bei Fragen steht Ihnen der Förderverein Eninger Kunstwege und das Kulturamt gerne zur Verfügung.


 

Einladung zur Mitgliederversammlung 2020

Am Montag, den 9. März 2020 um 20 Uhr im Spital Achalmstraße 6 in Eningen unter Achalm ( 1. Stock Großer Raum des Schwäbischen Albvereins)

Tagesordnung

  1. BegrĂĽĂźung
  2. Jahresbericht 2019 der Vorstandschaft
  3. Bericht des Schatzmeisters
  4. Bericht der KassenprĂĽfer                                                     
  5. Aussprache
  6. Entlastung fĂĽr Vorstand und Schatzmeister
  7. Ausblick auf die Vorhaben im Jahr 2020 – Informationen und Aussprache zu den Projekten Kunst- und Sinnespfad und HAP Grieshaber Rundweg
  8. Anträge
  9. Verschiedenes                                                                                 

 

Wir freuen uns auf zahlreichen Besuch der Mitglieder und der Freunde von Kunst und Kultur.

Anträge müssen nach der Satzung bis spätestens 6. März 2020 beim Vorsitzenden eingereicht werden.

Noch ein Hinweis: Der Förderverein Eninger Kunstwege e.V. ist laut Bescheid des Finanzamts Reutlingen Steuernummer 768042/15419 als gemeinnützig anerkannt. Beiträge und Spenden an den Förderverein sind daher nach § 10b EStG und § 9 Nr.3 KStG abziehbar.

Hermann Walz

Vorsitzender


 

 

3.2.2020

 

Pressemitteilung

Der Grieshaber- Rundweg wurde erweitert

Am vergangenen Sonntag wurden offiziell im Foyer der HAP-Grieshaber-Halle vier weitere Repliken von Werken Grieshabers an die Gemeinde ĂĽbergeben.

Vor über 60 Besuchern begrüßte der Vorsitzende Hermann Walz die Mitglieder und Gäste, darunter auch Bürgermeister Schweizer mit mehreren Gemeinderäten und die neue Leiterin des Kunstmuseums Spendhaus Frau Dr. Dinter.

Er führte aus, dass die ursprüngliche Konzeption des Wegs, die Kunst am Bau zu zeigen, geändert wurde und nun sein Kunstschaffen mit Repliken aus seinen Schaffensperioden dokumentiert werden soll.

Deshalb wurden für die dritte Übergabe 3 Werke aus einer Frühzeit von 1938 bis 1939 ausgewählt. Ein weiteres Werk stammt aus dem Jahr 1963.

Er stellte fest, dass die politischen und künstlerischen Aussagen von Grieshaber nach wie vor heute aktuell sind. Wenn er noch leben würde, würde er mit Sicherheit seine Serie „Engel der Geschichte“ weiterführen, um gegen die Verwerfungen und Ungerechtigkeiten unserer Zeit anzugehen. Deshalb seien die ausgestellten Plakate im oberen Foyer mit ihren Themen immer noch gültig.

Er dankte all denjenigen, die dazu beigetragen haben, dass diese dritte Ăśbergabe realisiert werden konnte.

Dies sind die Werbewerkstatt der Pixelgurus in Ostfildern mit Stefan Schweizer und Simon Griessl, die Peter Hespeler aufgetan hat. Er erinnerte an die im FrĂĽhjahr 2019 ĂĽbergebenen Glasrepliken Poseidon und Engel, die eine Meisterleistung dieser Firma waren.

Bei der Konzeption des Weges haben mitgewirkt Peter Hespeler, Christian Dohse, Hermann Pfeiffer und Dr. Kurt Femppel. Martina Köser-Rudolph vom Spendhaus, vermittelt durch MarEl Schaefer, hat wertvolle Vorschläge gemacht.

Die Dateien fĂĽr die ausgesuchten Werke bekam der Verein kostenlos vom Spendhaus, was auch Dr. Gottschlich zu verdanken ist,

Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Initiativen des Fördervereins auch positive Aspekte auslösen, was die Renovierung und Wiederherstellung des Wohnhauses und Grundstücks von HAP Grieshaber durch den neuen Eigentümer angeht, zumal der Rundweg dort vorbeiführt.

In seiner Einführung schilderte Dr. Kurt Femppel zunächst den Menschen HAP Grieshaber bzw. dessen Vorfahren, die gestandene Handwerker waren. Die Disziplin und die Ordnung, die sein Vater ausstrahlte, machten dem jungen Grieshaber, der Freiheit und Kreativität liebte, sehr zu schaffen. Deshalb waren Konflikte vorprogrammiert. Unterstützung erfuhr er vor allem von seiner Mutter. Die „Hungerjahre“ während des dritten Reichs prägten ihn und machten aus ihm einen kritischen Menschen und unbeugsamen Künstler.

Das Thema des KĂĽnstlers HAP Grieshaber war die Natur, der Mensch und die Liebe. So entwickelte er sich, auch dank seiner Frau Riccarda, zu einem geachteten und berĂĽhmten Holzschneider und vielseitigen KĂĽnstler.

Dr. Femppel erklärte prägnant die Besonderheiten der aufgestellten Repliken. Den Hirtengott Pan, der die Besucher der Halle anlächelt und Flöte spielt, sitzt in einem Fichtenhain auf der Alb und nicht unter den Olivenbäumen Griechenlands.

Die Eigenschaften dieser Figur, nämlich Freiheit, Liebe und Lebenslust entsprachen seinem Naturell. Diese Figur verwendete er zeitlebens als „Logo“ für sich.

Die zweite Tafel, genannt „der Wagen“ stammt aus der Serie Hungerwinter und zeigt in einfachen Formen die Konturen der Schwäbischen Alb mit einem Paar, das engumschlungen auf einem Fuhrwerk sitzt.

Die Tafel auf der Eiferthöhe ist mit dem Titel „Berg“ der Königin Achalm gewidmet, die das Grieshaber Grundstück beschützt und umschließt.

1936 druckte er die Holzschnitte, die niemand wollte und 1969 lieĂź er die Sammlung als Buch herausbringen.

Dieses Kinderbuch hat er für seine Tochter Ricca gemacht. Das Buch selbst heißt „Herzauge“ und wird begleitet von folgendem von ihm verfassten Text:

„Ach Alm, stöhnt einst ein Ritter.

Achalm ich leb in deinem Schoß“

Das „Blaue Paar“ in der Winterhalde aus der Periode der 60er Jahre schildert den Frühling in seiner Pracht. Der Holzschnitt ist Bestandteil einer Serie von Frühlingsbildern.

Die musikalische Umrahmung hatte Adelinde Bohn übernommen. Mit ausgesuchten Gesangsstücken, die auch dem Künstler gefallen hätten, erfreute sie das Publikum. „La Vie en rose“ oder „ Halleluja von Leonard Cohen“ waren u.a. von ihr eindrucksvoll vorgetragen.

In seinem Grußwort lobte Bürgermeister Schweizer die Initiativen des Fördervereins und ermunterte, das Projekt fortzusetzen, um das Erbe des Künstlers immer wieder bei den Menschen in Erinnerung zu rufen.

Vorsitzender Hermann Walz dankte am Schluss den beteiligten Firmen nämlich der Schlosserei Beck, der Garten- und Landschaftsgestaltung „die 2“ sowie den Pixelgurus, die ihre Arbeitsleistung gespendet haben. Auch der Gemeinde und einem anonymen Spender galt sein herzlicher Dank für die Zuschüsse.

Viel Herzblut hätten die Vorstandsmitglieder in das Projekt gesteckt und alle seien motiviert, weitere Stationen des Rundwegs zu verwirklichen.

Auch die Ausgestaltung des Kunst- und Sinnespfades werde weiterbetrieben.

Im Anschluss an einen Umtrunk fĂĽhrte Hermann Walz eine Gruppe von interessierten und begeisterten Besuchern zu den Repliken, die allgemein bewundert wurden.

hw

 

 



 

Pressemitteilung 20.01.2020

Druckplatten fĂĽr die HAP Grieshaber Ausstellung

Das bekannte Selbstbildnis von HAP Grieshaber in freundlichen Farben wurde nicht nur als Holzschnitt, sondern auch gedruckt, Ende des 20. Jahrhunderts hergestellt und vertrieben.

Die drei Druckplatten, die dazu verwendet wurden, hat Sammler Rolf Hespeler nun der Gemeinde bzw. dem Förderverein geschenkt. Die Schlosserei Dingler  hat einen passenden Rahmen dazu gefertigt.

Das „Dreigespann“ hängt nun im Aufgang zum oberen Foyer der Grieshaber Halle, sozusagen als Ergänzung des Selbstbildnisses von HAP, das im unteren Foyer die Besucher begrüßt.

hw


 

Der stille „Zeuge“

Leise still und heimlich und quasi über Nacht steht er nun vorm Rathaus, der „Zeuge“ von Christoph Traub aus Schorndorf.

Die langen schlanken Beine gehören offensichtlich  zu einem ĂĽbergroĂźen Menschen, der seine riesigen Hände in den Schoss legt, sich zurĂĽck nimmt und uns still beobachtet. Ein „Zeuge“ des Geschehens, so erklärt Christoph Traub, der gestern beim Aufbau seiner Skulptur mitanpackte und abends fleiĂźig Fragen fĂĽr die interessierten Zuhörer beantwortete.

Christph Traub ist gelernter Steinmetz und kommt aus einer bekannten Bildhauerfamilie. Als er sich nach seiner Ausbildung zunächst an der Karlsruher Akademie mit Malerei befasste, bemerkte er schnell, dass er den Stein bevorzugt und widmet sich nunmehr seit 30 Jahren der Bildhauerkunst. Christoph Traub ist ein sympathischer und sehr zugänglicher Mensch und so machte es Freude ihm zu lauschen, als er über seine Skulptur berichtete und sein Wissen über den Stein und die Arbeit mit jenem Preis gab.

Sieben Schleifstufen braucht es, bis der schwarze Granit edel und glatt zur Geltung kommt. Christoph Traub spielt mit diesen Stufen, lässt manches grobkörnig stehen und arbeitet anderes gezielt heraus. So stehen die glatten Beine im Kontrast mit den gröberen und großen Händen und unterstützen dabei die Wirkung des Zurücknehmens und Beobachtens. Sehr schön kann man die Struktur des Steins unten am Sockel der Skulptur beobachten, so Traub. Er erklärt, dass er hier bewusst ein Stück des Granits bloß stehen lasse, um dem Betrachter zu zeigen, wie sich der Stein aufbaut. Beim Erzählen merkte man Traub an, wie er gerade diesem schwarzen Granit verfallen ist und mit welcher Freude er die Fragen MarEl Schaefers vom Eninger Kunstwegeverein gerade in Zusammenhang mit dieser Steinsorte beantwortete.

Dieses Spiel mit den Schleifstufen des Steins aber auch die Thematik seiner Arbeiten ziehen sich durch sein Gesamtwerk. So beschäftigt sich Christoph Traub mit Torsi, aber nicht im eigentlichen Sinn. Er zeigt in seinen Arbeiten GliedmaĂźen, die er bricht und dabei den Betrachter auffordert die Gestalt in seiner Phantasie weiter zu formen. So werden die Arme des Zeugen gebrochen und die Konzentration auf die Aussage durch die Hände gelegt. Die restliche Gestalt darf sich der Betrachter selbst zeichnen, er wolle nicht abhacken  oder entstellen, sondern sich auf die aussagekräftigen Körperteile konzentrieren, so Traub.

Leider fanden sehr wenig Interessierte gestern den Weg zum Rathaus, was Bürgermeister Schweizer bedauerte, aber vielleicht hat der eine oder andere Lust vors Rathaus zu kommen oder beim täglichen Vorübergehen kurz innezuhalten. Es lohnt sich. Gehen Sie einmal um die Skulptur und lassen sie sie wirken. Wer gerne noch mehr von Traub sehen möchte, kann dies im Kunstraum tun. Hierfür hat Christoph Traub noch zwei weitere Kleinskulpturen mit nach Eningen gebracht. „Gestutzte Flügel“ heißen diese und stellen zwei kugelförmige Körper dar, die flügelartige Ansätze mit sich tragen und den Vogelwesen eher etwas Anmutiges, aber auch Humoriges verleihen, so Traub.

Wir freuen uns auf Sie!

EN KW45

 

 


 

Förderverein Eninger Kunstwege e.V.

HAP Grieshaber -  Politische Plakate

Am vergangenen Sonntag eröffnete der Vorsitzende des Fördervereins Eninger Kunstwege Hermann Walz eine neue Ausstellung im oberen Foyer der Grieshaber Halle und begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste.

Er dankte dem Kunstsammler Hans Hermann aus Ostfildern, der 21 politische Plakate aus seinem umfangreichen Bestand an Grieshaber Werken zur VerfĂĽgung gestellt hat.

Sein Dank ging auch an Rolf Hespeler fĂĽr das KnĂĽpfen des Kontakts und die Hilfe beim Transport sowie Eckhard Grebner und Friedrich Palmer fĂĽr die Hilfe beim Aufbau.

Ergänzend sind in den Vitrinen Blätter aus der Serie Engel der Geschichte „Rettet die Wacholderalb“ und „Bauernkrieg“ zu sehen, die eine Leihgeberin zur Verfügung gestellt hat.

Bis  April 2020 ist die Ausstellung jeden ersten Sonntag im Monat von 14 – 17 Uhrgeöffnet. Sonderöffnungen fĂĽr Gruppen sind möglich.

Gleichzeitig fand ein Kunstmarkt im Foyer der HAP Grieshaber Halle statt mit Katalogen, Plakaten, Reproduktionen, Kunstdrucken und Originalen, deren Erlös der Vereinsarbeit zufließt. Stellvertretende Vorsitzende MarEl Schaefer hatte das Angebot im unteren Foyer ausgebreitet.

Die Ausstellung nimmt das Thema zum 110. Geburtstag des KĂĽnstlers auf.

Er schrieb selbst zu diesem Thema:

„Ich halte nichts von engagierter Kunst, denn ich bin ein homme engagé, für den es selbstverständlich ist, dass eine Sache nur dann einen Wert hat, wenn sie politisiert worden ist. Bei engagierter Kunst habe ich leider bemerken müssen, das sie für den engagierten Künstler selbst und den kleinen Kreis von Gleichgesinnten gemacht worden ist, dass sie also gar nicht wirkt. Sie politisiert nichts und niemanden, weil eh schon alle überzeugt sind. Aber Gewirktes besteht, weil es im Volk weiterwirkt und selbst dort die Welt verändert, wo nicht vorgeplant worden ist.“

Die  abgelaufene Ausstellung des DGB im Willi-Bleicher –Haus in Stuttgart hatte den politischen Grieshaber zum Thema. Die Plakatausstellung soll ergänzend sein Tun darstellen, das er mit dem Ausdruck „malgrĂ© tout“ selbst charakterisierte.

Das von Dr. Kurt Femppel herausgegebene Buch ĂĽber den politischen Grieshaber erschien zu diesem Thema und kann in der Ausstellung neben anderen Publikationen erworben werden.

Ein bewegender Aufruf auf einem Plakat, das alle kennen –lautet:

Friede allen MĂĽttern! Keine Bomben auf ihre Kinder!

Mütter ruft allen Männern der Welt zu: Löst endlich einmal auf friedliche, demokratische Weise die wirtschaftlichen Probleme!

Habt Achtung vor der fruchtbaren Erde! Zeigt Euch als Menschen!

Glaubt nicht, dass ihr mit eurem Unrecht je einmal den Frieden bringt!

Mit diesem Aufruf des Komitees der Kämpfer für den Frieden, Ortausschuss Reutlingen – einziges Mitglied war HAP – eröffnete Hermann Walz die Ausstellung und führte aus:

„Der zitierte Aufruf auf dem Plakat und Farbholzschnitt „Koreanische Mutter“, geschaffen aus Anlass des Ausbruchs des Koreakriegs 1950 ist leider nach wie vor gültig und aktuell für uns und besonders für die Machthaber in Rußland, Syrien, der Türkei, der USA usw. usw. Es reicht eine Hand nicht, die Despoten und Mächtigen aufzuzählen, die Ausgrenzung, Not, Elend und Krieg in unsere Welt bringen. Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern sind wieder nationalistische Tendenzen deutlich spürbar – die versuchen Hass zu säen. Lernen wir aus der Geschichte – dazu soll uns diese Ausstellung anspornen und helfen, uns zu wehren, wenn der Friede und die Demokratie bedroht sind.

Deshalb sehe ich in dieser Ausstellung einen Warnruf des Künstlers HAP Grieshaber, der, wenn er noch leben würde, garantiert eine neue Folge eines „Engels der Geschichte“ aus aktuellem Anlass schaffen würde. Geeignet wäre die Aussage des Artikel 1 des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar, sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“. Er würde viele Bereiche künstlerisch ansprechen, die diesem Auftrag aktuell nicht entsprechen“.

Er bat um UnterstĂĽtzen fĂĽr das Engagement fĂĽr Kunst und Kultur durch eine Mitgliedschaft, durch finanzielle und ideelle Zuwendungen als Beitrag zum friedlichen Miteinander in unserer Gemeinde und unserer Gesellschaft.

Im Anschluss erläuterte Hans Hermann die ausgestellten Plakate im Einzelnen mit viel Hintergrundwissen.

FĂĽr Gewerkschaften, amnesty international, fĂĽr Studentenvereinigungen, fĂĽr Griechenland und andere Brennpunkte gestaltete HAP Grieshaber Plakate, die vielfach heute noch bekannt und  berĂĽhmt sind.

Die nächste Öffnung der Ausstellung ist am Sonntag

1. Dezember von 14 – 17 Uhr.

hw