Eninger Nachrichten 05. März 2021

Arche Achalm

Viele sogenannte „Malbriefe“ hat Grieshaber im Laufe seines Lebens geschrieben. Die handgeschriebenen Briefe hat er mit Gouache- oder Aquarellfarben koloriert bzw. zeichnerisch ergänzt.

Als Beispiel haben wir einen Malbrief vom 26.1.1968 ausgesucht, den er nach seinem Unfall im November 1967 ( er hatte sich die Schulter gebrochen beim Versuch die Islandstute Svenia einzufangen) als einen von siebzig Malbriefen an  Margarete Hannsmann schrieb, die er kurz zuvor kennengelernt hatte.

Drei Monate dauerte der Aufenthalt in der Tübinger Klinik – eine harte Geduldsprobe für ihn, die er zu ertragen hatte.

Sein Refugium an der Achalm fehlte ihm. In dem Malbrief hat er all das dargestellt, was ihm wichtig war und ihn inspirierte. Vor allem eindrucksvoll die „Menagerie“ auf seinem Grundstück, die fröhlich wimmelt. Es fehlt auch nicht die nackte Frauengestalt, die den Berggipfel der Achalm umfängt.

Die Replik wurde bewuĂźt so gestellt, daĂź die Achalm im Hintergrund zu sehen ist.

Auf der Rückseite ist ein Gedicht von Margarete Hannsmann mit dem Titel „Achalm I“ zu sehen. Typisch für die Schriftstellerin sind die „kryptisch“ anmutenden Sätze.

Ein schönes Beispiel fĂĽr seine persönlich gehaltenen und liebevollen Malbriefe ist das Buch „Liebe Nani, liebe Ricca“, das nach seinem Tod 1985  im Buchverlag Der Morgen herausgegeben wurde. Es ist antiquarisch noch zu haben.

hw

 

 

 

Pressemitteilung vom 14.2.2021

Der Feuervogel

Seit kurzem steht an der Ecke Winterhalde/HAP Grieshaber Weg die Station 6 des HAP Grieshaber Rundwegs.

Das Motiv des Feuervogels ist sehr bekannt, denn es wurde im 2009 von der Deutschen Post zum 100. Geburtstag des Künstlers auf einer Briefmarke veröffentlicht.

HAP Grieshaber bekam von den Städtischen Bühnen Heidelberg im Jahr 1960 den Auftrag Kostüme und Bühnenbild zu entwerfen.

Das Ballett „Der Feuervogel“ von Igor Strawinsky, uraufgeführt 1910, kam dann im Februar 1961 auf die Bühne. Der Handlung liegt ein russisches Märchen zugrunde.

Parallel dazu entstand eine Mappe mit zehn Farbholzschnitten, darunter das Motiv des Feuervogels als ein menschlich-tierisches Zwitterwesen.

In der HAP Grieshaber Halle hängt seit einigen Jahren an den Seiten der Empore das Original des Zwischenvorhangs dieser Inszenierung. Es ist eine Dauerleihgabe, die durch Vermittlung von Dr. Kurt Femppel dem Förderverein bzw. der Gemeinde überlassen wurde. Der Vorhang durch die Pausa in Mössingen hergestellt. Also eine besondere Rarität, die unsere Grieshaber Halle schmückt.

hw

Pressemitteilung 24.11.2020

Das blaurote Paar

Im Jahr 1950 schuf HAP Grieshaber den sehr farbigen Holzschnitt, der als Einstieg in das Reich der farbigen Holzschnitte gilt.

In der kommenden Woche wird die Replik dieses Werkes als Station 4 aufgestellt an der Abbiegung des Betzenriedwegs zum Brahmsweg. Beide Seiten werden dasselbe Motiv zeigen.

Der figurative Aufbau mit abstrakten Elementen kombiniert, erscheint als harmonische Verschmelzung.

Der blau eingefärbte Mann zeigt in einer liebevoll umschlungenen Geste seine Verbundenheit zu der in sich gekauerten Frau.

Neben den Motiven Pan sind Darstellungen von Paaren ein groĂźer Teil des Werkes von HAP Grieshaber.

 

 

Arche Achalm auf dem HAP Grieshaber Weg

Kurz vor dem „Kreuzbuckel“ mit Blick auf den Achalmgipfel steht nun die Station mit einem von HAP Grieshaber gestalteten siebzig Malbriefe an Margarete Hannsmann, seiner Freundin und Muse.

Der Brief, datiert vom 26.1.1968 ist als Gouache mit Kreide ausgeführt. In Sütterlinsschrift ist zu lesen „ ach Wieslein wo hangest du bald“. Dieser Satz ist verständlich, weil Grieshaber im November 1967 seine Schulter zertrümmerte beim Versuch seine Islandstute Svenia einzufangen. Drei Monate musste er in der Tübinger Uniklinik verbringen, eine Geduldsprobe für diesen umtriebigen Mann.

Dass er sich an und auf der Achalm zu Hause und geborgen fĂĽhlte ist bekannt.

Wir haben als Beispiel für seine Liebe zu seinem Refugium ( im Volksmund Hüttenwerke genannt) diese lebendige Darstellung seiner Arche ausgewählt, in der alle seine Tiere und seine Liebe abgebildet sind. Es zeigt, dass er als Maler genauso genial wie als Holzschneider war.

Ergänzend suchten wir ein Gedicht von Margarete Hannsmann für die Rückseite aus mit dem Titel „Achalm 1“.

„Dein Schoß verwandelt die Bäume der Welt…………….“ So beginnt es und ist eine einzige Liebeserklärung zu diesem Berg. Es lohnt sich diesen Text in Ruhe zu lesen.

Unsere Werbefirma pixelgurus hat zugesagt, die Rahmen für die vier neu aufgestellten Repliken und die Informationstafeln, sobald als möglich anzubringen. Gegenwärtig wirken die Tafeln etwas nüchtern und unfertig.

hw

Pressemitteilung vom 15.11.2020

 

Weitere Ergänzung auf dem HAP Grieshaber Rundweg

Auf der Eiferthöhe steht seit Anfang dieses Jahres die Tafel mit dem Titel „Berg“, auch „Königin Achalm“ genannt. Die Rückseite wird dieser Tage durch die Werbewerkstatt „Pixel Gurus“ ergänzt durch eine Abbildung, ebenfalls aus dem Kinderbuch „Herzauge“ mit dem Titel „Ein Wiesental geh ich hinab. – Ich muß zur Schule“.

Gewidmet hat er die 1937 enstandenen Holzschnitte im Jahr 1969 später seiner Tochter Ricca in einem Kinderbuch.

Unter der Überschrift „Hat das Herz noch ein Auge?“ erzählt er in einem Nachwort, dass im Jahr 1937 niemand mehr bereit war, ihm noch Papier zum Drucken zu geben. Der Chefarzt des Krankenhauses schenkte ihm noch 1936 als letzter Spender große Bogen von Filtrierpapier. Er druckte darauf die Holzschnitte von der Rauhen Alb. Aber niemand wollte sie haben, auch nicht geschenkt.

Kinder kauften ihm dann 1937 Glanzpapierbogen und er druckte unter schwierigsten Umständen die Kinderbilder, aus denen dann 1969 das Buch „Herzauge“ entstand.

hw

Pressemitteilung vom 25.8.2020

HAP Grieshaber Rundweg ist markiert

Der bei der HAP-Grieshaber-Halle beginnende Kunstweg ist nun im gesamten Verlauf markiert. Vergangene Woche haben die Vorstandsmitglieder des Fördervereins Peter Hespeler und Hermann Walz die Arbeiten vorgenommen.

Nach dem Vorbild der Markierung des Schwäbischen Albvereins wurden an Bäumen Schilder mit Holzunterfütterung und wo nötig auch Klebefolien angebracht.

Der Verlauf des Wegs ist in einem Flugblatt, das beim Bürgeramt ausliegt, beschrieben. Auch auf der Interntseite des Fördervereins ist der Lageplan veröffentlicht ( www.kunstwege-eningen.de).

Von den geplanten 17 Stationen sind 7 Stationen verwirklicht. Dieses Jahr sollen noch weitere zwei Stationen hinzukommen.

Deshalb bittet der Förderverein um Spenden über die Plattform „gutfuerneckaralb“ der KSK Reutlingen oder auf das Konto des Vereins IBAN DE36 6405 0000 0100 0799 79.

Sie können uns auch durch eine Mitgliedschaft unterstützen. Der Jahresbeitrag beträgt 25 € für Einzelpersonen und 35 € für Familien.

Hw

Ergänzung:

Das Motiv des griechischen Hirtengottes Pan hat HAP Grieshaber in ca. 20 verschiedenen Werken dargestellt. Ein Motiv davon wurde für die Markierungstafeln ausgewählt, das ihn in seiner Art charakterisiert.

Pan ist der Gott des Waldes, der Natur, der Wiesen und der Wälder. In den Händen trägt er die siebenröhrige Panflöte. Er hat Freude an Musik, Tanz und Fröhlichkeit. Die Mittagsstunde ist ihm heilig und er darf dann nicht gestört werden. Er ist im Gefolge von Dionysos, dem Gott der Fruchtbarkeit und der Ekstase zu finden, wo er mit seiner Flöte musiziert.

HAP Grieshaber selbst bezeichnete sich als den „Partisan mit der Pansflöte“.

In einem Artikel der Stuttgarter Zeitung von 1974 schildert ihn Wolfgang Rainer:

„Er ist der Holzschneider und Drucker und das verhäkelte Sprachgenie, der Grübler und der Clown, das ist etwas sehr Schwäbisches und etwas sehr Weitläufiges, das ist antikisches Maß und Reutlinger Schnitzelwerk….der Eremit und der Vagant, der ins Holz verbissene Handwerker und der tolle Spieler am Hang der Achalm. Er macht Politik in Bildern gegen jede Art der Ungerechtigkeit und Gewalt“

 

Der HAP Grieshaber Weg

30.3.2020

Der HAP- Grieshaber- Rundweg

Die ursprüngliche Konzeption des Wegs, die Kunst am Bau zu zeigen, ist geändert. Das Kunstschaffen von HAP Grieshaber wird nach und nach mit Repliken aus seinen Schaffensperioden dokumentiert.

Am 2.2.2020 wurden offiziell vier weitere Repliken von Werken Grieshabers an die Gemeinde ĂĽbergeben.

Für die dritte Übergabe wurden 3 Werke aus einer Frühzeit von 1938 bis 1939 ausgewählt ( Pan, Wagen aus der Serie „Hungerwinter“, Königin Achalm aus dem Kinderbuch „Herzauge“. Ein weiteres Werk stammt aus dem Jahr 1963 (Das blaue Paar).

Die Tafeln auf der Schillerhöhe mit den „Epheben“ wurden im Jahr 2015   aufgestellt. Es folgten 2019 die Glastafeln „ Engel“ auf dem Kreuzbuckel und „Poseidon und Amphitrite“ am HAP Grieshaber Weg.

Alle Repliken sind mit Erklärungstafeln versehen. Der Weg beginnt an der HAP-Grieshaber-Halle und fĂĽhrt ĂĽber die Eifert Höhe entlang dem Hang der Achalm, vorbei am ehemaligen Wohnhaus von Grieshaber, nach einem Abstecher zum Restaurant-Hotel Achalm, zurĂĽck ĂĽber den Kreuzbuckel, die Schiller Höhe und den Hörnle Park  zur HAP-Grieshaber-Halle. Gehdauer ca. 1 – 2 Stunden.

Flugblätter mit Lageplan sind beim Bürgeramt im Rathaus zu bekommen.

Die politischen und künstlerischen Aussagen von Grieshaber sind nach wie vor heute aktuell. Wenn er noch leben würde, würde er mit Sicherheit seine Serie „Engel der Geschichte“ weiterführen, um gegen die Verwerfungen und Ungerechtigkeiten unserer Zeit anzugehen.

Das Thema des KĂĽnstlers HAP Grieshaber war die Natur, der Mensch und die Liebe. So entwickelte er sich, auch dank seiner Frau Riccarda, zu einem geachteten und berĂĽhmten Holzschneider und vielseitigen KĂĽnstler.

Viel Herzblut haben die Vorstandsmitglieder in das Projekt gesteckt und alle sind motiviert, weitere Stationen des Rundwegs zu verwirklichen.

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Ăśbersichtsplan HAP-Grieshaber-Weg

Grieshaber-Ausstellung als Bestandteil des Rundweges (Kopie 1)

Der Förderverein Eninger Kunstwege e.V. hat aus Beständen der Gemeinde Eningen eine ständige Grieshaber-Ausstellung eingerichtet.

Jeden 1. Sonntag im Monat ist die Ausstellung von 14 bis 17 Uhr in der HAP-Grieshaber-Halle (Oberes Foyer), Betzenriedweg 24, geöffnet.

Seit Frühjahr 2016 sind zwei Zwischenvorhänge zum Ballett „Der Feuervogel“ von Igor Strawinsky auf der Empore zu sehen, die der Künstler entworfen hat. Sie wurden von Pausa in Mössingen hergestellt. Leihgeber ist das Nationaltheater Mannheim. Eine Rarität bilden sechs Entwürfe für die Friestafeln der Halle. Darüber hinaus werden alle sechs Monate die restlichen Exponate anhand eines neuen Themas ausgewechselt.

In den Jahren 1957/58 gestalteten HAP Grieshaber und seine Frau Riccarda Gohr-Grieshaber 42 Tafeln mit Pflanzen- und Menschenmotiven in sechsmonatiger Arbeit. In einem aufwendigen Verfahren wurden gemahlene farbige Gesteinsgranulate (Keuper und Muschelkalk) auf die Entwürfe aufgebracht. Vorbereitete zementgebundene Holzspanplatten erhielten einen speziellen Zementbelag und wurden dann aufgedrückt. Nach der Trocknung wurde dann der Fries gefertigt und gestaltet. In derselben Technik sind „Flammen- und Sternenbilder“ im Eingangsbereich zu sehen.

Die HAP-Grieshaber-Halle

Ein Ausschnit aus em Fries

Der Künstler HAP Grieshaber wohnte bis zu seinem Tod im Jahr 1981 in seinem „Häusle“ auf halber Höhe der Achalm im Gewand „Merat“ auf Markung Eningen und schuf hier viele seiner berühmten Arbeiten. HAP Grieshaber Halle – die erste Station auf dem Rundweg Der Förderverein Eninger Kunstwege e.V. hat aus Beständen der Gemeinde Eningen eine ständige Ausstellung eingerichtet. Jeden 1. Sonntag im Monat ist die Ausstellung von 14 bis 17 Uhr in der HAP-Grieshaber-Halle (Oberes Foyer), Betzenriedweg 24, geöffnet. Seit Frühjahr 2016 sind zwei Zwischenvorhänge zum Ballett „Der Feuervogel“ von Igor Strawinsky auf der Empore zu sehen, die der Künstler entworfen hat. Sie wurden von Pausa in Mössingen hergestellt. Leihgeber ist das Nationaltheater Mannheim. Eine Rarität bilden sechs Entwürfe für Friestafeln, die für den Fries in der Halle von HAP und Ricca Grieshaber gefertigt wurden. In einem aufwendigen Verfahren wurden gemahlene farbige Gesteinsgranulate (Keuper und Muschelkalk) auf die Entwürfe aufgebracht und dann vorbereitete zementgebundene Holzspanplatten mit einem speziellen Zement belegt und aufgedrückt. So entstand eine eindrucksvoller Fries, der bis heute unbeschadet die Zeiten überstanden hat und zum Betrachten einlädt. Es sind 42 Tafeln mit Pflanzen- und Menschenmotiven zu sehen, die 1957/58 in 6 Monate dauernder Arbeit gefertigt und angebracht wurden. In derselben Technik sind „Flammen- und Sternenbilder“ im Eingangsbereich zu sehen.